Medienmitteilung ChagALL startet zum dritten Mal

Zürich, August 2010

Erfolgreiches Förderprogramm für Migranten
Das Programm ChagALL am Gymnasium Unterstrass fördert begabte und motivierte Sekundarschülerinnen und -schüler mit Migrationshintergrund gezielt im Hinblick auf einen Mittelschulbesuch. Direkt nach den Sommerferien werden zum dritten Mal zwölf Jugendliche in ihrer Freizeit gezielt gefördert, um den Eintritt in ein Gymnasium bzw. eine Fach-oder Berufsmittelschule zu schaffen.

Sie sprechen zu Hause serbisch, portugiesisch, türkisch, tamilisch und hätten eigentlich wenig Chancen, aus der Sekundarschule den Sprung in eine Mittelschule zu schaffen. Aber sie verfügen über das Potenzial und den Willen, diesen Weg zu gehen. Das vom Gymnasium Unterstrass entwickelte Förderprogramm ChagALL (Chancengerechtigkeit durch Arbeit an der Lernlaufbahn) bietet solchen Jugendlichen ein kostenloses Training von neun Monaten an. Damit der Traum vom Gymnasium Wirklichkeit werden kann.

Neun von elf haben den Sprung geschafft

Das Programm startet im Sommer 2010 bereits zum dritten Mal. Die Jugendlichen verbessern an Mittwochnachmittagen und an Samstagmorgen ihre Kenntnisse in den Fächern Deutsch, Französisch sowie Mathematik und Englisch. Zudem trainieren sie ihre persönliche Selbstsicherheit, Lerntechnik und Sozialkompetenz. Das Resultat der letzten Durchführung ist hoch erfreulich: Zwölf Jugendliche haben das Programm durchlaufen, wovon neun nun in eine Mittelschule eintreten. Auch während der kommenden Probezeit und den ersten beiden Mittelschuljahren stehen ihnen die Projektverantwortlichen weiterhin zur Seite.

Trotz Migrationshintergrund an die Gymiprüfung

Auf Einladung des Gymnasiums Unterstrass evaluieren Sekundarlehrpersonen in ihren Klassen mögliche Kandidatinnen und Kandidaten und stellen ihnen eine Empfehlung aus. Eine wichtige Funktion übernehmen dabei die Zürcher Quims-Schulen (Qualität in multikulturellen Schulen), dies sind Sekundarschulen mit einem Anteil von 40 Prozent und mehr Fremdsprachigen. Liegt das Empfehlungsschreiben einer Lehrperson vor, werden die interessierten Schülerinnnen und Schüler zu einem Aufnahmeverfahren eingeladen. Es umfasst neben Motivationsschreiben und Tests auch ein ausführliches Aufnahmegespräch. Grundlegende Aufnahmekriterien sind Migrationshintergrund und bescheidene finanzielle Verhältnisse. Nach der Aufnahme unterzeichnen die Jugendlichen, die Eltern und die Programmleiter einen Vertrag, welcher die Rechte und Pflichten verbindlich festhält.

Die staatliche Schule wird vom Wissen profitieren

Das privat finanzierte Projekt kostet jährlich rund 80 000 Franken. Ein Grossteil davon ist durch namhafte Stiftungen wie die Jacobs Foundation, arcas foundation, AVINA Stiftung, Stiftung MERCATOR Schweiz und die Stiftung Wegweiser gesichert. Als wissenschaftlicher Begleiter untersucht PD Dr. Urs Moser von der Universität Zürich Wirkung und Erfolg des Projekts. Mit dem Abschluss der Pilotphase im Juli 2012 wird unterstrass.edu das Wissen an Staatsschulen weiter geben. „Das Projekt verfügt über grosses Potenzial für eine breitere Anwendung in weiteren Schulen, da es eine hohe sozialpolitische Relevanz hat, entsprechende Nachgefrage besteht und kosteneffizient konzipiert wurde. Bis anhin wurden die Projektziele sehr effektiv erreicht. Das Projekt wird von einer unabhängigen Stelle wissenschaftlich begleitet und evaluiert und kann auf politische Unterstützung zurückgreifen. Dies alles sind aus der Erfahrung der Jacobs Foundation zentrale Faktoren für eine erfolgreiche Replizierbarkeit“, so der Projektverantwortliche bei der Jacobs Foundation, Sandro Giuliani. „Jugendlichen mit sozialer Benachteiligung zu einer erfolgreichen schulischen Karriere zu verhelfen, ist für unterstrass.edu als Schule in evangelischer Trägerschaft ein Muss, denn es geht um Gerechtigkeit. Ganz abgesehen davon, dass es sich unsere Gesellschaft schlicht nicht leisten kann, so viel Potenzial brach liegen zu lassen“, ergänzt Jürg Schoch, Projektleiter und Direktor von unterstrass.edu.

Feierliche Aufnahme des 3. Jahrgangs am findet am Samstag, 28. August 2010 um 18 Uhr an der Seminarstrasse 29 in Zürich statt. Die aus über 30 interessierten ausgewählten zwölf Jugendlichen des dritten Durchgangs stammen aus zehn verschiedenen Ländern (Albanien, Bosnien, Brasilien, Kenia, Kroatien, Kosovo, Serbien, Slowenien, Sri Lanka, Tibet). Erstmals überwiegen die Jungen (acht von zwölf). Sie starten mit einem gemeinsamen Kick-Off-Tag am 28. August, der mit einer öffentlichen Aufnahmefeier um 19 Uhr seinen Abschluss findet.

ChagALL steht für «Chancengerechtigkeit durch Arbeit an der Lernlaufbahn». Es ist ein Förderprogramm für begabte Migrantinnen und Migranten aus bildungsfernen Familien. Der dritte Druchgang startet mit dem Schuljahresanfang 2010/11. Ausführliche Angaben zum Projekt auf www.unterstrass.edu.

Für Auskünfte: Programmleiter , unterstrass.edu, 079 636 41 68