Chancengleichheit mit Tablets herstellen

Wie kommt man mit Schülerinnen und Schülern in der Zeit des Fernunterrichts in Kontakt, wenn diese nur erschwerten Zugang zu Computern haben? Chancengerechtigkeit im Lockdown bedeutet, Schülerinnen und Schüler mit technischem Equipment zu versorgen. Im Fall der ChagALL Schülerinnen, die aus soziökonomisch schwachen Familien mit Migrationshintergrund stammen, ist dies dank Stiftungen schnell und unbürokratisch gelungen. Sie wurden mit Tablets ausgerüstet und konnten so für Aufnahmeprüfungen an Gymnasien und Berufsmittelschulen vorbereitet werden.

Newsletter Juni Chagall 1

ChagALL, das Förderprogramm für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund lebt vom Gemeinschaftsgeist und dem direkten Kontakt zwischen Schülerinnen und Schülern sowie der persönlichen Förderung durch Coaches. Der Start für die Vorbereitungen für die Aufnahmeprüfung an ein Gymnasium oder eine Berufsmittelschule fiel dieses Jahr aber ausgerechnet mit dem Lockdown zusammen. Der Erfolg des Programms war gefährdet.

Die ChagALL-Schülerinnen und Schüler stammen aus sozioökonomisch schwachen Familien. Es wurde schnell klar, dass viele von ihnen gar nicht die technische Ausrüstung hatten, um Coaching via Fernunterricht nutzen zu können. Im bestens Fall hatten sie einen Internetzugang zuhause, wenn ein Computer im Haushalt vorhanden war, mussten sie sich diesen mit Eltern und Geschwistern teilen. Die Schulleitung von unterstrass.edu hat deshalb verschiedene Stiftungen angeschrieben, die ChagALL schon in der Vergangenheit finanziell unterstützt haben. Wir haben der Stiftung unsere Bedenken mitgeteilt, dass der Kontakt zu diesen Schülerinnen und Schülern verloren geht, wenn wir sie nicht technisch ausrüsten. Auch mussten sie fähig gemacht werden, mit unserer Lernplattform zu arbeiten. Die Stiftungen haben schnell reagiert und uns mitgeteilt, dass sie in Zeiten wie diesen bereit seien, unbürokratisch zu handeln. Vier der angeschriebenen Stiftungen haben uns ein Budget für Tablets erstellen lassen und die Kosten untereinander aufgeteilt. Die Präsidentin einer Stiftung hat ausserdem dafür gesorgt, dass ChagALL-Schülerinnen der älteren Jahrgänge nicht mehr gebrauchte Firmenlaptops aus ihrem Unternehmen nutzen können. Sämtliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Förderprogramms konnten so in den Frühlingsferien mit Tablets ausgerüstet werden und den Fernunterricht aufnehmen. Die Tablets stellen wir ihnen als Leihgabe zur Verfügung. Wenn sie die Aufnahmeprüfung an ein Gymnasium oder eine Fachmittelschule geschafft haben, kommen sie ins Förderprogramm ChagALL+ und erhalten, wenn nötig, von uns einen Laptop aus dem Firmenfundus. Mittlerweile sind die 24 ChagALL-Teilnehmerinnen wieder einmal in der Woche im Haus und wir können endlich mit ihnen am Gemeinschaftsgeist arbeiten.