Lernkultur – Lernen, aber vielfältig

Lernen in all seinen Facetten – dies zu ermöglichen und zu fördern ist unser zentrales Anliegen.

Hohe Unterrichtsqualität

Lernen setzt ein «Arbeitsbündnis» voraus: Lehrpersonen schaffen optimale Lernangebote, die Schüler:innen bemühen sich um optimale Nutzung derselben. Lehrpersonen holen sich regelmässig Feedbacks zum Lernen der Schüler:innen. Ein offener Dialog über das Unterrichtsgeschehen ist eine Selbstverständlichkeit. Wir sichern die Qualität des Unterrichts nicht nur mit internen Qualitätsrichtlinien, Schüler:innen-Feedbacks und kollegialer Hospitation, sondern auch mit gezielter und regelmässiger schulinterner Lehrer:innen-Weiterbildung (3-4 Mal pro Jahr).

Studienwochen

Unterricht braucht verschiedene Formen. Darum finden an unserer Schule für alle über das ganze Jahr verteilt drei Studienwochen statt: Lernen in vertiefter, oft interdisziplinärer Form, aus der Sicht verschiedener Fachdisziplinen, im Haus oder ausser Haus.

Lernen «im Leben»

Diversität

Als staatliche anerkannte, nicht subventionierte private Schule stellen wir uns der Herausforderung, für alle Schichten der Bevölkerung offen zu sein und darüber hinaus die Schüler:innen so weit als möglich individuell zu fördern. Dank unserem Stipendienfonds und der Unterstützung durch Kirchgemeinden, Ehemalige und Stiftungen können wir alle geeigneten Jugendlichen aufnehmen, unabhängig vom Portemonnaie der Eltern. Wir suchen und schätzen eine grosse Vielfalt in unserer Schülerschaft. Hier ist Platz für eigenständige Jugendliche mit ihren Ecken und Kanten.

Inklusion

Wir fördern Jugendliche mit Migrantionshintergrund: Das 2008 ins Leben gerufene Projekt ChagALL (Chancengerechtigkeit durch Arbeit an der Lernlaufbahn) bereitet begabte und leistungsbereite Jugendliche mit Migrationshintergrund aus sozioökonomisch bescheidenen Verhältnissen parallel zur dritten Sekundarklasse auf Mittelschulaufnahmeprüfungen vor. Wöchentlich finden sie sich am Mittwochnachmittag und am Samstagvormittag im Gymnasium Unterstrass ein und werden in den Fächern Deutsch, Mathematik und Französisch ebenso gefördert wie in personalen Kompetenzen (Lernstrategien, Selbstwirksamkeitsüberzeugung, Zielklarheit; u.a. nach Zürcher Zürcher Ressourcen-Modell). Bisher haben über 150 Jugendliche aus 30 Herkunftsländern das Programm durchlaufen. Knapp 70% der Absolvent:innen dieses Programms haben die Aufnahmeprüfung an eine Mittelschule ihrer Wahl bestanden. Die ersten absolvierten 2013 ihre Maturitätsprüfung. Eine wissenschaftliche Evaluation attestiert dem Programm hohe Wirksamkeit.

Fremdsprachenpraktikum

Unser Fremdsprachenkonzept sieht vor, dass sich alle Schüler:innen in den ersten drei Gymnasialjahren einmal vier Wochen in ein französisch- oder englisch-sprachiges Gebiet begeben und dort allein ein Praktikum absolvieren (als au pair, auf einem Bauernhof, im Reitstall, durch einen Sozialeinsatz...). Menschen, Kultur und Sprache werden so zur Erfahrung fürs Leben.

Das obligatorische Fremdsprachenpraktikum des Gymnasiums Unterstrass

Nur durch das Eintauchen in eine fremdsprachige Kultur während einem längeren Zeitraum, kann man Sprache und Kultur so verinnerlichen, dass man motiviert und selbstbewusst die eigenen Sprachkompetenzen in Alltagssituationen einsetzt und erweitert. Aus diesem Grund arbeiten die Schüler:innen mindestens vier Wochen am Stück in einem Betrieb, absolvieren ein Sozial- oder Unterrichtspraktikum oder gestalten kulturelle Projekte in einem fremdsprachigen Gebiet.

Durchführung und Organisation des Fremdsprachenpraktikums

Das Fremdsprachenpraktikum wird während mindestens vier Wochen am Ende der ersten oder der dritten Klasse individuell absolviert, wahlweise in einem französisch- oder englisch-sprachigen Gebiet. Dafür stehen je die letzten beiden Schulwochen vor den Sommerferien am Ende der ersten und dritten Klasse zur Verfügung. So stehen den Erst- und Drittklässler:innen zwei siebenwöchige unterrichtsfreie Gefässe zur Verfügung, die sie einmal für ein vierwöchiges Fremdsprachenpraktikum nutzen müssen.

Die Schüler:innen planen und organisieren individuell und selbständig ihren Aufenthalt unterstützt von den Fremdsprachenlehrpersonen. Sie verfassen vor Antritt des Praktikums einen kurzen Projektbeschrieb mit Angabe der Daten, des Ortes und der Tätigkeiten. Dieser wird der zuständigen Fremdsprachenlehrperson spätestens bis Ende März vorgelegt und muss von ihr genehmigt werden. Eine Vorlage ist im Intranet abgelegt.

Reflexion des Fremdsprachenpraktikums

Die während des Aufenthaltes gemachten Erlebnisse und Erfahrungen werden von den Schülern bzw. Schülerinnen festgehalten und reflektiert. Die Schüler:innen wählen, ob sie die Erfahrungen und die Reflexion in Form eines Berichts (ca. 700 Wörter) festhalten oder der Klasse in einem zehnminütigen Referat vortragen. Beide Optionen werden in der Zielsprache umgesetzt. Der Bericht bzw. das Referat in der Zielsprache werden in der ersten Woche nach den Sommerferien vorgelegt bzw. gehalten.

Bestimmungen des Fremdsprachenpraktikums

Die Kosten für die An- und Rückreise, Unterkunft und Verpflegung müssen, wenn nichts anderes mit dem Arbeitgeber vereinbart, selbst getragen werden. Die Versicherung ist Sache der Teilnehmer.

Wer in Frankreich ein Praktikum machen möchte, muss eine sogenannte «Convention de stage», eine Praktikumsvereinbarung, zwischen dem Arbeitgeber, dem Schüler bzw. der Schülerin und dem Gymnasium unterstrass.edu unterschreiben. Diese Vereinbarung klärt die rechtlichen Aspekte des Praktikums wie beispielsweise die Länge, den Ablauf, die Inhalte aber auch die Verantwortung und Aufgaben der drei Parteien. Eine Vorlage ist im Intranet abgelegt.

Sozialpraktikum

Die Schüler:innen mit Profil Philosophie/Pädagogik/Psychologie absolvieren und reflektieren ein Sozialpraktikum in einer Institution ihrer Wahl.

Ausgangslage

Das Gymnasium Unterstrass führt seit 16 Jahren das Schwerpunktfach ‘Philosophie, Psychologie, Pädagogik’. Die Schüler:innen erarbeiten sich in diesem interdisziplinären Fach einerseits fachspezifische Grundlagen in den einzelnen Disziplinen, sie werden aber auch an PPP-übergreifende Themen und Fragestellungen herangeführt. Im Maturajahr erhalten sie im Rahmen eines Sozialpraktikums die Möglichkeit, psychologische, philosophische und pädagogische Aspekte des Zusammenlebens zu erfahren und mit Kindern und/oder Erwachsenen zu philosophieren.

Als Einsatzorte kommen folgende soziale Institutionen in Frage:

  • Kinder- und Jugendheime
  • Kinder- und Jugendarbeit
  • Sonderschulen
  • Schulen
  • Kindertagesstätten
  • Kindergarten
  • Alters- und Pflegezentren
  • (Kinder-)Spitäler
  • Soziale Institutionen für Kindern mit Behinderungen

Ziele

Das Sozialpraktikum ermöglicht den Schüler:innen während einer Woche eine soziale Institution näher kennenzulernen. Im Rahmen des Sozialpraktikums sollen die Schüler:innen das bisher erworbene philosophische, psychologische und pädagogische Wissen in der Praxis beobachten, erproben und anwenden können. Zudem sollen sie die Möglichkeit erhalten, mit Kindern, Erwachsenen oder Betagten über geeignete Themen zu philosophieren.

Der Sozialeinsatz und speziell das Philosophieren mit Menschen fordert und fördert eine Haltung, die bewusst auch das Wohl und die Bedürfnisse anderer Menschen berücksichtigt. Die Schüler:innen können sich während des Sozialeinsatzes vertieft mit den Themen aus dem PPP-Unterricht auseinandersetzen, was ihre reflektive, kritisch-konstruktive, dialogbereite und handlungsfähige Haltung fördert und so zur Persönlichkeitsentwicklung beiträgt.

Die Schüler:innen verfassen rund um den Sozialeinsatz einen wissenschaftlichen Bericht, bei dem sie sich wissenschaftspropädeutisch und interdisziplinär mit einer Frage aus dem Themenbereich des Sozialeinsatzes auseinandersetzen. Die Fragestellung und die Themen, zu welchen sie philosophieren möchten, wählen die Schüler:innen selbst, sie lesen sich in die Themen ein, planen den Ablauf pädagogisch und didaktisch und setzen sich mit den Entwicklungsthemen der jeweiligen Zielgruppe auseinander.

Durchführungsbestimmungen

  • Der Sozialeinsatz findet in der Herbststudienwoche vor den Herbstferien statt und dauert 5 Arbeitstage.
  • Der Sozialeinsatz erfolgt unentgeltlich.
  • Die Versicherung gegen Krankheit, Unfall und Haftpflicht wird von den Schüler:innen privat abgedeckt.

Interdisziplinäre Projekte

Die Schüler:innen im Profil Magna+ lernen ausgeprägter an ausserschulischen Lernorten, bestehen doch Kollaborationen mit ETH, Uni und ZHAW. Auch finden in der 3. und 4. Klasse sogenannte «Interdisziplinäre Projekte» statt, dies sind zwei Lektionen pro Woche, die quartalsweise in einer Kombination einer Naturwissenschaft und einer Geisteswissenschaft/einem Sprachfach stattfinden.

Verantwortung übernehmen lernt nur, wer die Gelegenheit dazu bekommt

UNESCO-Schule
Das eigene Lernen im Horizont weltweiter Verantwortung sehen, ist das eine. Darum sind wir eine UNESCO-Schule. Etwas anderes ist es, für konkreten Alltag die Verantwortung zu übernehmen und die Konsequenzen zu tragen. Wir fördern beides intensiv und gezielt.

Süd-Nord-Tag
Jährlich befassen sich die 3. Klassen im Rahmen der «Süd-Nordtage» in den Fächern Geografie, Geschichte und Religion mit einer selbst gewählten Weltregion («Andenländer», «Westafrika», «Indien»). Resultat ist ein «Süd-Nordtag» für alle Schulangehörigen sowie alle Eltern und Interessierten. Dieser besteht aus von den Schüler:innen gestalteten Informationssequenzen und einem Rahmenprogramm mit kulturellen Beiträgen und Diskussionsforen unter Beteiligung von Menschen aus der jeweiligen Region. Der Erlös des Solidaritätsbuffets fliesst in ein ausgewähltes Entwicklungsprojekt, welches in Zusammenhang mit dem Thema steht. Mit diesem Konzept der «Süd- Nord-Tage» gewannen wir einen ersten Preis der UNESCO-Schulen.

Schülergeleitete Schneesportlager

Nur wer die Verantwortung bekommt, kann sie wahrnehmen. Das erleben wir jährlich in den vier Wintersportlagern während der ersten Sportferienwoche. Ältere, als Jugend- und Sport-Leiter:innen ausgebildete Schüler:innen übernehmen unter der Leitung der Fachschaft Sport die Vorbereitung und führen die Lager der 2.-4. Klassen dann selbstständig und ohne Anwesenheit von Lehrpersonen durch. Es klappt! Gerade weil keine Lehrpersonen da sind.

Eine halbe Woche Schule ohne Lehrpersonen

Einmal alle vier Jahre übernehmen die Schüler:innen vom Mittwoch bis Freitag die Schule. Alle Lehrpersonen und Angestellten sind für eine gemeinsame Weiterbildung weg. Das einzige Ziel: Es ist, als wäre nichts. Der Unterricht geht normal weiter, das Sekretariat läuft, die Küche kocht, der Schulleiterstuhl ist besetzt. Alle Chargen und Schlüssel werden von Schüler:innen übernommen. Eine bleibende Erfahrung, von der Ehemalige noch nach Jahren schwärmen. Es ist noch nie etwas abhandengekommen, noch nie ein Schaden entstanden.

Gemeinsam hinschauen und verbessern

Zusammenarbeit

Unser Ideal ist: Ein Gymnasium entwickelt sich nur weiter, wenn die Lehrpersonen zusammen mit den Schüler:innen am gleichen Strick in die gleiche Richtung ziehen. Grundlagen sind ein gemeinsam entwickeltes und regelmässig überprüftes Leitbild, eine funktionierende, auf gemeinsamen pädagogischen Werten beruhende Zusammenarbeit im Kollegium und der Wille, immer wieder genau hinzusehen, wohin und wie man gemeinsam unterwegs ist.

Mitsprache

Die Mitsprache der Schüler:innen erfolgt formell über die Schüler:innenorganisation. Die Mitarbeit in den Projektgruppen oder den Einsitz im Lehrpersonenkonvent erfolgt informell durch die gemeinsamen Gefässe. Den klarsten Durchblick in Sachen Lernen und Schulkultur haben die Schüler:innen.

Verpflichtung und Verbindlichkeit

Dass die Zusammenarbeit im Kollegium wie zwischen Schüler:innen und Lehrpersonen ausserordentlich gut funktioniert, hängt möglicherweise mit der überschaubaren Grösse der Schule, aber auch mit gegenseitiger Verpflichtung und gelebter Verbindlichkeit zusammen. In einer Atmosphäre des offenen Austauschs treffen unabhängige Rückmeldungen von allen Seiten (Schüler:innen, Eltern, Lehrpersonen) auf kurzen Wegen kontinuierlich bei den Adresssatinnen und Adressaten ein.

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