Gymnasium

Bildungshungrige Maturandinnen und Maturanden

23. März 2021

Die diesjährigen Maturand-/innen haben schulisch eigentlich ein straffes Programm. Weil ihr Freizeitangebot eingebrochen ist, belegen einige von ihnen dennoch freiwillige Kurse am Unterstrass. Sie tanzen, filmen, bilden sich in englischer Literatur weiter oder beschäftigen sich unter der Leitung eines Experten mit Transaktionsanalyse (siehe Bild).

Im letzten Schuljahr standen die Maturandinnen zehn Wochen vor der Maturfeier vor der Frage, was sie tun sollten, wo ja der Unterricht nicht mehr stattfinden konnte. Im ersten Lockdown mit massiv eingeschränkten Freizeitmöglichkeiten fand die Idee, sich mit den Wahlpflichtangeboten «Fit für die Zukunft» auf höhere Schulen vorzubereiten, grossen Anklang. Was aus der Not geboren worden ist, wird nun auch den diesjährigen Maturand/-innen angeboten. Auch sie mussten auf einiges verzichten. So konnten sie beispielsweise ihr traditionelles Theaterstück nicht auf die Bühne bringen, ebenso fiel das Schneesportlager aus. So überrascht es nicht, dass viele der Viertklässler/-innen bereit sind, an Wochenenden früh aufzustehen, um einen Tag im Schnee zu verbringen oder zu tanzen. Sehr beliebt sind auch ein Filmprojektangebot und das «Psychische Fitnessangebot mit Transaktionsanalyse» des ehemaligen Seminaristen Jürg Schläpfer. Gerade in einer Krisenzeit stellen sich Menschen die Frage, wer sie sind, was ihnen wichtig ist. Mit der Transaktionsanalyse sollen die Maturand/-innen Lebensmuster erfassen und sich mit ihren Erfahrungen und Gefühlen auseinandersetzen. Der Kursleiter Jürg Schläpfer ist begeistert von den jungen Kursteilnehmer/-innen. Aus dem Angebot sei ein echter Austausch auf Augenhöhe entstanden. Er haben noch selten so interessierte und engagierte Transaktionsanalytiker/-innen erlebt, die ihn auch selbst immer wieder mit guten Fragen herausforderten. Ähnlich klingt es auch von Annette Kreis, einer frisch pensionierten Englisch-Lehrerin des Gymnasiums, die das Kursangebot als eine der besten Erfahrungen ihrer Schulkarriere sieht. Die Literaturdiskussionen mit den Maturand/-innen hätten Proseminar-Niveau. Die Möglichkeit, sich in kleinen Gruppen zu selbstgewählten Themen weiterzubilden, führt offensichtlich zu einer sehr motivierten Beteiligung.

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