Newsletter Juli 2021 – Interdisziplinäres Denken und Gesundheit fördern

Das Plus im naturwissenschaftlichen Profil Magna

Die Magna-Schülerinnen und -Schüler der dritten Klassen haben es in diesem Schuljahr anschaulich erfahren: Politische, gesellschaftliche und naturwissenschaftliche Fragen sind oft eng verzahnt. Ihr Arbeitsort war ein Biobauernhof, wo sie im interdisziplinären Projekt «Landwirtschaft – Mythos und Realität» Bodenproben entnahmen und mit Bauern kontrovers über die beiden Agrarinitiativen diskutierten.

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Vor kurzem mussten sich alle Stimmbürgerinnen und Stimmbürger mit Initiativen aus der Landwirtschaft beschäftigen, die bedeutsame Fragen aufgeworfen haben: Ist das Trinkwasser in der Schweiz in Zukunft sauber genug? Sollte die Landwirtschaft auf synthetische Pestizide verzichten? Diese Fragestellungen führten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 3c mit naturwissenschaftlichem Profil auf einen Biobauernhof. Sie entnahmen dort Bodenproben und verglichen sie im Labor mit Proben aus herkömmlicher Landwirtschaft. Auch diskutierten sie mit Direkt-Betroffenen die beiden Agrarinitiativen. Was die Klasse vorfand, überraschte. Die Entscheidungen auf einem Bauernhof folgen komplexen Fragestellungen: «Die Schülerinnen und Schüler waren begeistert von den Einblicken in die Praxis, diese haben ihnen wirklich die Augen geöffnet», erklärt der Chemielehrer Reinhold Adam. «Auf dem Biohof werden Kreisläufe eingehalten, dennoch war einer der Bauern gegen die Trinkwasserinitiative. Diese würde das Wirtschaften auf dem Hof erschweren.» Solche Fragen in ihrer Komplexität zu betrachten, mache das Plus im Magna-Profil aus. «Unsere Schülerinnen sollen Probleme im Zusammenhang erkennen. Naturwissenschaften bringen häufig eine faktenorientierte Sicht. Die Verzahnung mit der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, politischen oder historischen Perspektive erweitert das Bild.»

Die Magna-Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, naturwissenschaftliche Fragen von gesellschaftlicher Relevanz ganzheitlich zu lösen, deshalb werden sie in Projekten wie diesem fächerübergreifend unterrichtet. Sie beschäftigen sich nicht nur mit chemischen Fragen, sondern auch mit politischer Kampagnenführung, mit Initiativrecht sowie historisch gewachsener Identitätsbildung im Abstimmungsverhalten. Der Geschichtslehrer Lukas Strub erklärt, dass all diese Komponenten sich gegenseitig in die Hände spielten und ganz direkt in eine politische Meinungsbildung der Jugendlichen einflossen. Das Quartalsprojekt «Landwirtschaft – Mythos und Realität» hat eindrücklich alles vereinigt, was das Magna-Profil ausmacht: Es ermöglicht naturwissenschaftlich interessierten Schülerinnen und Schülern den Blick über den Tellerrand der Sparten.

Das passiert aber nicht nur in den Quartalsprojekten der dritten Klassen, sondern auch an den Fokustagen der Magna-Profil-Klassen. Die Klasse 1c beschäftigte sich beispielsweise Ende Juni interdisziplinär mit der Frage, wo die Grenzen der Erkenntnis liegen. Schon Platon warf mit seinem berühmten Höhlengleichnis die Frage auf, ob wir Menschen die Wirklichkeit mehr erahnen als erkennen. Die Schülerinnen und Schüler liessen sich von Platon herausfordern und analysierten mathematische und logische Rätsel. Sie schauten sich Experimente der Quantenmechanik an und staunten: Sind scheinbar von alleine schwebenden Kugeln eine Sinnestäuschung oder doch streng naturwissenschaftlich erklärbar? Nach so viel Sinnesverwirrung freuten sich die Schülerinnen und Schüler auf einen sinnlichen Genuss: ihr mit Trockeneis hergestelltes Schokolade-Glacé. Auch diese Art von Erlebnis hat an Fokustagen ihren festen Platz.

Dank innerer Balance gesund bleiben

Sich Erholungs- und Ruheinseln zu schaffen, ist für Studierende mit einem oft sehr gefüllten Studien- und Praxisalltag sehr wichtig. Das bleibt auch in ihrem zukünftigen Arbeitsalltag als Lehrperson so. In der am Institut am Ende des dritten Studienjahres stattfindenden «Gesundheitswoche» werden daher den Studierenden Werkzeuge für Entspannung und Resilienz an die Hand gegeben.

Newsletter Schwerpunkt 2 Gesundheitswoche end

Studierende des Instituts hatten Mitte Juni die Möglichkeit, auszuprobieren und zu erfahren, wie sie sich selbst etwas Gutes tun können. Während der Pandemie-Zeit fragen sich viele, wie sie trotz weniger direkten Kontakten und einem organisatorisch herausfordernden Alltag für sich Erholungsinseln schaffen können. Für angehende Lehrerinnen und Lehrer bleibt dieses Thema darüber hinaus wichtig. «Wenn Lehrpersonen Humor haben und psychisch gesund sind, wirkt sich dies auch positiv auf ihre Klassen aus», sagt Carolina Conti, welche die Woche gemeinsam mit Grégoire Schuwey geleitet hat.

Als Erstes gaben die beiden Dozierenden den Studierenden den Auftrag, Morgenrituale zu entwickeln und für den Rest der Woche auszuprobieren. Manche fanden ihre kleine Ruheinsel im Zürichsee, andere lasen, meditierten oder machten Musik. Wichtig ist es gemäss Carolina Conti, Rituale zu entwickeln, die im Alltag immer Platz haben und bestenfalls nicht mehr als 20 Minuten benötigen.

Die Dozierenden boten auch Entspannungstechniken an, die gegen Stress wirken: vielfältige Bewegungsübungen, Yoga und das von der Dozentin Manuela Schelbert angeleitete Feldenkrais. Besonders begeistert zeigten sich die Studierenden von Faszien-Übungen, die anschaulich zeigten, dass die Lockerung von verspannten Muskeln auch den Geist entspannt. Umgekehrt haben auch Worte Einfluss auf den Körper, die Atmung und den Tonus: Die Studierenden beobachteten, wo sie Gesagtes körperlich spüren.

Es wurden ihnen verschiedene Techniken und Modelle an die Hand gegeben, um selber Resilienz zu entwickeln. Mit dem «Kreismodell der Einflussnahme» lernten die Studierenden, den Fokus von etwas wegzulenken, das sich nicht ändern lässt. «Es nützt nichts, wenn man sich als Lehrperson immer wieder darüber ärgert, dass eine Klasse aus mehr als 20 Schülerinnen und Schülern besteht. Das liegt ausserhalb meiner Kontrollmöglichkeit», so Conti. Gezielte Übungen würden helfen, sich auf Dinge zu konzentrieren, die tatsächlich veränderbar sind.

Der Student Mario Kägi hat in der Studienwoche besonders die Faszienlockerung für sich entdeckt. «Es sind aber auch ganz kleine Tipps, die mich sicher im Alltag begleiten werden: Im Lehrpersonenzimmer ist es häufig noch lauter als im Klassenzimmer, deshalb habe ich mir vorgenommen, gezielt ruhige Orte zur Entspannung zu nutzen.» Auch möchte er die Morgenrituale für einen entspannten Start in den Tag im Berufsalltag weiterführen.

Das Ziel der Woche ist es gemäss Carolina Conti und Grégoire Schuwey, einen Mittelweg und eine innere Balance zu finden: Genüsse in Balance ebenso wie ein gesunder Ausgleich zwischen Beruf und Erholung. Dazu trugen auch eine Auseinandersetzung mit Ernährung und ein Exkurs eines Sexualpädagogen zur Achtsamkeit für den Körper bei.

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