Newsletter November 2020 – Digitale Einblicke für alle.

unterstrass.edu von zuhause aus besuchen

Die sichtbaren Änderungen auf dem Unterstrass-Campus verlaufen derzeit sprunghaft. So haben die Studierenden wieder Fernunterricht, die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten können sich mit dem neuen Pavillon über zusätzlichen Raum freuen. Besuchstage und identitätsbildende Veranstaltungen werden derzeit durch Filme und Livestreams ersetzt.

Pavillon SP 1 JPG

Im Oktober konnte nach überraschend aufwändigem Baubewilligungsverfahren mit etwas Verspätung der neue luftige und helle Pavillon in Betrieb genommen werden. Er steht auf dem ehemaligen Sportplatz und hat zwei geräumige Zimmer mit einem Gruppenraum. Somit ist der Platzbedarf des wachsenden Gymnasiums gedeckt. Wir sind der Vereinsversammlung sehr dankbar, dass sie den Pavillon durch die Budgetzusage ermöglicht hat.

Für alle Schülerinnen, Schüler und Angestellten auf dem Campus gilt eine Maskenpflicht, auch draussen im Hof und am Arbeitsplatz im Klassenzimmer. Es ist bisher gelungen, am Gymnasium in allen Klassen weiter regulär zu unterrichten und Ansteckungen mit dem Coronavirus innerhalb einer Klasse zu verhindern.

Für die Hochschulen gilt seit Mitte Oktober «Distance Learning», die Studierenden des Instituts verbringen deshalb ihre Studienzeiten leider wieder grösstenteils zuhause. Erlaubt sind ausschliesslich Lehrveranstaltungen vor Ort für kleine Gruppen, bei denen die Präsenz unabdingbar ist. Glücklicherweise findet der Unterricht an den Volksschulen statt, so können alle Praxiselemente der Ausbildung wie geplant durchgeführt werden!

Für alle Veranstaltungen mit Besucherinnen und Besuchern auf dem Campus wurde in den letzten Wochen intensiv nach alternativen Lösungen gesucht. Der nächste Informationsabend für Eltern und zukünftige Gymnasiastinnen und Gymnasiasten zum Beispiel findet am 26.11.2020 um 19.30 Uhr als online Livestream statt. Der Link dazu ist kurz vor Beginn der Veranstaltung hier zu finden.

Auch der Tagesanfang findet wieder digital statt. Um die Gemeinschaft zu pflegen und den «Unterstrass-Geist» sichtbar und spürbar zu machen, hat die Schulleitung beschlossen, dass es in den vier Adventswochen wieder digitale «Tagesgrüsse» vom Institut und dem Gymnasium gibt.

Wer Lust hat auf Einblicke in den Studien- bzw. Schulalltag, kann die schon jetzt bekommen:

Manchmal gibt es keinen gleichwertigen Ersatz für grosse Traditionen: Die bereits geplanten Theateraufführungen der vierten Klassen mussten dieses Jahr leider schweren Herzens abgesagt werden.

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Lukas Strub wird neuer Leiter des Gymnasiums

Vor fünf Monaten wurde mit der Suche nach einer neuen Leitung des Gymnasiums begonnen, anfangs Oktober wurde sie abgeschlossen. Die Wahl ist auf den Geschichtslehrer Lukas Strub gefallen, der das Amt im Schuljahr 2020/2021 antreten wird.

Der bisherige Leiter Rolf Schudel wird im Sommer 2021 pensioniert. Für seine Nachfolge hat der Vorstand eine ausgewogene Wahlkommission unter der Leitung der neuen Direktorin Eva Ebel eingesetzt. Die Kommission hat die zu besetzende Stelle vor den Sommerferien ausgeschrieben und in den letzten Monaten zahlreiche Bewerbungen begutachtet und fünf Personen zu Gesprächen eingeladen. Im Oktober hat der Vorstand mit der von der Kommission vorgeschlagenen Person ein Hearing durchgeführt und danach einstimmig Lukas Strub zum neuen Leiter Gymnasium gewählt.

Lukas Strub ist seit bald vier Jahren Mittelschullehrer mbA für Geschichte und Fachvorstand am Gymnasium. Er hat grosse Unterrichtserfahrung, auch aus Anstellungen an verschiedenen öffentlichen Mittelschulen des Kantons Zürich. Er hat sich in den letzten Jahren als integrative und kommunikative Persönlichkeit eingebracht, arbeitet in verschiedenen Projekten engagiert mit und freut sich auf die neue Herausforderung. Lukas Strub ist verheiratet und Vater von drei Kindern im Schulalter. Die Schulleitung und das Kollegium freuen sich über diese Wahl und gratulieren ganz herzlich.

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Lukas Strub SP 2 new

Zwei akademische Auseinandersetzungen

Bettina Gross, Didaktikdozentin für das Fach «Natur, Mensch, Gesellschaft», hat kürzlich ihre Dissertation über die Geschichte von unterstrass.edu abgeschlossen. Ihre Arbeit zeigt auf, wie wichtig Allianzen und Netzwerke auch «in den nächsten 150 Jahren» sein werden. Ein Forschungsprojekt der Fachhochschule Nordwestschweiz widmet sich derzeit der Lehrerinnen- und Lehrerbildung am Institut Unterstrass an der PHZH.

Das ehemalige Seminar Unterstrass und heutige Institut Unterstrass an der PHZH ist schweizweit eine der wenigen Institutionen, die seit rund 150 Jahren Lehrpersonen ausbildet. Es konnte alle Änderungen in der Ausbildung zu Volksschullehrpersonen als eine der wenigen privaten und staatlichen Institutionen meistern oder überleben: die längere Ausbildungsdauer, den Akademisierungsprozess oder die Umwandlung auf die Fachhochschulebene. Es gab zu verschiedenen Zeitpunkten politische Bemühungen, das Seminar Unterstrass (und die weiteren Seminarien) zu schliessen. Anhand verschiedener Quellen wie Briefen, Protokollen, Notizen oder Zeitungsartikeln zeigt Bettina Gross in ihrer Dissertation auf, wie bei den bildungspolitischen Behörden des Kantons Zürich auf verschiedene Arten lobbyiert wurde. Es gab eine breite Interessensgruppe, die in Krisenzeiten auf problematische Entwicklungen hinwies und zum Handeln aufforderte. Zum Beispiel in den 1920er und 1930er-Jahren, als der politische Wille vorhanden war, die Lehrerbildung an die Universität Zürich zu verlegen, hätte dies ohne Aufrüttelung dieser Interessensgruppen die Schliessung des Seminars Unterstrass zur Folge gehabt. Auch in den 1990er Jahren wurden persönliche Gespräche geführt und Allianzen gebildet, um die Verlegung der Lehrerinnen- und Lehrerbildung an die Universität zu verhindern.

Eine private Schule wie das Seminar Unterstrass bewegte sich aber nicht nur im Kontext von staatlichen Vorgaben, sondern auch im gesellschaftlichen Umfeld. Inhaltliche Anpassungen im Schulprofil waren immer wichtig, in den 1930er-Jahren zum Beispiel durch die schon länger geforderte Zulassung von Mädchen am Seminar. Dank geschicktem Lobbying, Anpassungen des Schulprofils und dank innovativen Ideen, die am Ende des 20. Jahrhunderts wichtig wurden, gelang es dem Seminar Unterstrass als Institution der Lehrerinnen- und Lehrerbildung zu bestehen. Es gestaltete und gestaltet die Schullandschaft im Kanton Zürich wesentlich mit.

Bettina Gross hat im Rahmen dieser Arbeit viel noch Unbekanntes im Archiv entdeckt und regelmässig darüber berichtet. Nun hat sie ihre Dissertation erfolgreich verteidigt. Wir gratulieren Bettina Gross ganz herzlich zu ihrem grossen Erfolg und freuen uns über die Aufarbeitung der Geschichte des Seminars bzw. Instituts Unterstrass an der PHZH.

Seit Beginn des Studienjahrs 2020/21 ist am Institut ein «freundlicher Schatten» unterwegs, wie sich Katharina Lüthi selbst bezeichnet. Lüthi ist Feldforscherin für eine Studie zur Frage, was Studierende zu Lehrpersonen macht. Die These der Studie aus der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz ist, dass eine Bildungsinstitution eine wesentliche Rolle beim Lehrperson-Werden spielt. In der Studie geht es besonders darum, allfällige Unterschiede zwischen den Hochschulen zu beschreiben. So kann sich das Institut Unterstrass dank der Feldforscherin mit einem wertvollen Aussenblick betrachten. Eindrücklich und beispielhaft war für Lüthi der allererste Studientag. Alle Studierenden besuchten eine ihnen zugeteilte Kindergarten- oder Schulklasse, um den Kindern in einem Gespräch und damit der künftigen Rolle als Lehrerin und Lehrer auf den Zahn zu fühlen. «Dieser institutionelle Erstkontakt zeichnet sich durch Tat und Dialog aus», erklärt Lüthi. «Ein Modus, dem ich immer wieder begegnet bin, sei es in der Einführungswoche ins Basisstudium, im Orientierungspraktikum selber oder in der Studienwoche zu ethischen und religiösen Grundfragen». Ist das Institut Unterstrass also ganz besonders nahe dran an der Praxis? Die Studie wird diese Frage im Jahr 2024 abschliessend beantworten, über Zwischenresultate werden wir an dieser Stelle wieder berichten.

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