«Es geht doch um das gemeinsame Planen und das Unterrichten,
die Kinder zu fördern und Streite zu schlichten.»

«Man soll erfinden, lernen und ausprobieren … und fertig ist das Teamteachingpraktikum»

Zürich, 04.10.2019

Aline Sinniger und Joelle Seitz sind Studentinnen des Instituts, die gerade mit erfahrenen Lehrpersonen deren Klassen unterrichten und so wertvolle Praxiserfahrung sammeln können. Sie schildern, warum es manchmal ganz schön herausfordernd ist, Praxis und Studium unter einen Hut zu bringen, es aber «alles schlussendlich Sinn ergibt».

Der Semesterstart bis zu den Weihnachtsferien verlangt von Lehrpersonen und den einzelnen Kindern einer Klasse viel Aufbauarbeit, besonders wenn die Kinder selbst neu sind. Als Unterstützung bietet das Institut Unterstrass Lehrpersonen aus Kindergarten und Unterstufe ein «Teamteaching-Praktikum» mit Studierenden an.

«Für mich ist das Highlight dieses Praktikums, dass wir so lange an einem Ort sind und ich die Kinder seit ihrem ersten Kindergartentag kenne und begleiten kann. In diesen ersten Wochen geschieht so viel. Die Kinder des zweiten Jahres sind nicht mehr die Kleinen, sondern wachsen in ihre Rolle als Grosse und Vorbilder für die Kleinen hinein», erklärt die Studentin Joelle Seitz.

Für die Kleinen sei der Kindergarten neu, deshalb begleite sie Angst, Unsicherheit, Freude und auch Nervosität. Das Teamteaching-Praktikum ermögliche es mitanzusehen, wie sich die Kinder in diesen Wochen entwickeln. Man lerne als Lehrperson, was man dazu beitragen könne, dass sich die Kleinen im Kindergarten wohlfühlen, sich zurechtfinden und in der Gruppe Freunde finden.

Mit dem Praktikum wird eine enge Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis hergestellt.

Die Studierenden des 5. Semesters arbeiten im ganzen Semester zu 50 Prozent eng mit einer Lehrperson im Teamteaching zusammen. Die anderen 50 Prozent studieren sie regulär am Institut. Mit dem Teamteaching kann den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Kinder begegnet und ihnen Entwicklungsraum geboten werden. Joelle Seitz schätzt am Teamteaching, dass sie stärker als in anderen Praktikas der Lehrperson einfach mal über die Schultern schauen kann:

«Während wir in den Blockpraktikas jeweils sehr viel übernahmen, planten und unterrichteten, empfinde ich es jetzt als einen sehr grossen Gewinn, auch mal zusehen zu dürfen oder Sequenzen im Teamteaching zu halten, denn so kann ich sehr viel lernen.

In der Mitarbeit bei Projekten und Elternarbeit erleben die Studierenden die verschiedenen Perspektiven der Berufsanforderungen. «Durch das Teamteaching-Praktikum werden wir schrittweise an «den Alltag des Lehrer/-innen-Seins» herangeführt und mit unterschiedlichen Situationen konfrontiert.»

Und so tönt das in studentischer Gedichtform:

Ja, das Teamteaching-Praktikum;

die einen unterrichten, die anderen bleiben stumm.

Bei manchen läuft alles gut,

andere brauchen noch ein bisschen Mut.

Nicht immer einfach ist es mit den Lehrpersonen…

Manchmal fühlt man sich vielleicht ein bisschen verloren.

Gibt es da doch auch die Leistungsnachweise –

das Diplomzeugnis schreit nach uns ganz leise.

Doch mit all dem sollte man auch nie vergessen,

sich mal hinzusetzen und einen gesunden Znüni zu essen.

Man muss sich erneut fokussieren

und es mit allen immer wieder probieren.

Aufgeben liegt da nicht drin:

alles ergibt schlussendlich einen Sinn!

Man soll sich nicht zu sehr hetzen

und sich mit seiner Meinung oder Ansicht auch mal durchsetzen.

Manchmal gibt es schlechte Sachen.

Aber auch aus diesen sollte man versuchen, das Beste zu machen.

Ja, das unterrichten zu zweit

braucht manchmal ein bisschen «Einwärmzeit».

Geht es doch um das gemeinsame Planen und unterrichten,

die Kinder zu fördern und Streite zu schlichten,

den Kindergarteneintritt mitzuerleben –

es ist ein Nehmen und Geben.

Manchmal ist es stürmisch, hektisch und nicht wirklich lustvoll.

In anderen Momenten, da verspürt man aber Erfolg und alles ist toll!

Man entdeckt neue Spiele und Möglichkeiten,

man kann Sequenzen führen und leiten.

Neue Lieder, Leitfiguren und Gedichte.

Vielleicht kombiniert man dies mit einer Bilderbuchgeschichte.

Man soll erfinden, lernen und ausprobieren,

umsetzen, machen und reflektieren.

Plötzlich ist die Zeit dann um

und fertig ist das Teamteachingpraktikum.